Bye Bye Biathlon

Liebe Biathlon Freunde

Ich habe mich entschieden, dass ich mich aus dem Spitzensport zurückziehe und mit Biathlon aufhöre. Dieser Entscheid fiel mir nicht einfach und ich benötigte viel Mut, um diesen Schritt zu wagen. Ich möchte euch kurz erklären, wie es zu diesem Entschluss gekommen ist:

Ich befand mich schon im Frühling nach der letzten Saison in der gleichen Situation, wie ich sie in den letzten Tagen hatte. Damals habe ich mich für den Sport entschieden. Was hat sich also für mich im Verlauf des Sommers geändert? Dazu möchte ich sagen, dass ich im Frühling noch nicht den nötigen Abstand vom Biathlon besass und ich mich von anderen Personen unbewusst habe beeinflussen lassen. Das wichtigste Argument, um weiter zu machen war, dass ich es unbedingt nochmals wissen wollte und dass ich nochmals komplett auf die Karte Sport setzte. Jetzt muss ich mit Bedauern feststellen, dass mir diese Karte keinen grossen Spass macht. Ich habe oft keine Lust auf die Trainings, die Motivation, um mich in bis ans Limit zu bringen, fehlt mir und ich bin nicht mehr bereit auf viele Dinge zu verzichten, die mir sehr viel Spass machen. Der Sport gibt mir zu wenig zurück und ich war in den letzten Monaten nicht richtig glücklich. Ich habe andere Interessen, welche mir mehr (Lust) und Freude bereiten. Der Zeitpunkt für meinen Rücktritt aus dem Spitzensport ist denkbar schlecht. Es stehen momentan wichtige Testwettkämpfe auf den Rollski an und die Saison ist ebenfalls zum Greifen nahe. Doch für mich ist es der richtige Moment, denn ich habe die beiden letzten zwei Jahre nochmals genauer analysiert und Revue passieren lassen. Dabei musste ich feststellen, dass ich immer wieder solche Gedanken hatte und ich nicht wirklich weitergekommen bin. Es fehlt für mich, der Spass, die Motivation und die Energie, um noch weiter zu machen. Dies, obschon ich in den ersten paar Monaten dieses Sommers gute Fortschritte in der Langlauftechnik sowie im Schiessen erzielen konnte, will ich jetzt einen Schlussstrich ziehen und mich zurück ziehen aus dem Spitzensport.

Nun wird es Zeit für meinen neuen Weg. Ich hoffe, ihr könnt meine Situation ein wenig nachvollziehen und meinen Rücktritt ein Stück weit verstehen. Ich werde bald ein Praktikum oder eine Arbeit beginnen, danach werde ich ein paar Monate Reisen gehen und im nächsten Herbst mit der Berufsmaturität antreten.

Ich möchte mich bei euch ganz herzlich bedanken. Es erfüllt mich mit Stolz, dass ihr mich so lange unterstützt und mir das Vertrauen geschenkt habt, sodass ich diesen grossartigen Sport so lange, auf höchstem Level ausüben konnte. Ich hoffe, ihr unterstützt weiterhin meinen grossen Bruder, bei dem ich mich ebenfalls ganz herzlich bedanken will. Er war einer meiner grössten Vorbilder und Unterstützer während meiner ganzen Karriere. Zudem möchte ich mich bei meinen Ausrüstern bedanken, mit denen ich ein sehr gutes Verhältnis hatte und immer super Material bekommen hatte (Alpina Sports, Leki Stöcke, Madshus). Ein grosser Dank geht an die Biathlonarena Lenzerheide die mich grossastig auf allen Ebenen unterstützt hat. Ganz besonders möchte ich mich bei allen Trainern und Betreuern bedanke, welche mich auf meinem Weg unterstützt haben. Der letzte Dank geht an meine Familie und Freunde, die mich immer so genommen hat wie ich bin und mich in jeder schwierigen Situation unterstützt hat.

Nun mache hier Schluss mit meiner Erklärung. Ich werde diesen Winter natürlich dem Serafin Wiestner Fanclub beitreten und ihn bei mehreren Weltcups Lautstark unterstützen. Ich hoffe das ich euch auch das einte oder andere mal antreffen werde. Ich bedanke mich nochmals für eure Unterstützung und wünsche euch eine schöne Zeit. Für weitere Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung.

Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüsse euer

Tillu, Tillyboy und Till Wiestner

7 AC Lenz

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Nationalmannschaft

Im Nationalkader von Swiss-Ski bin ich schon länger. 2007 wurde ich zum ersten Mal für ein Nachwuchskader selektioniert. In den letzten zehn Jahren habe ich mich mit kleinen Schritten stetig verbessert und nach oben gearbeitet. Vom C-Kader der Junioren über B und A-Kader habe ich nun die höchste Stufe, die Nationalmannschaft erreicht. Dies, dank meiner bisher besten und konstantesten Saison. Nachfolgend ein paar Zahlen (in klammern vorherige Saison):

Weltcurennen: 28 (26)
Weltcuppunkte: 182 (146)
Rang Gesamtweltcup: 39 (46)
Gesamtwertung Sprint: 26 (36)
Top40: 11 (10)
davon Top30: 10 (6)
davon Top10: 1 (1)
Staffeleinsätze: 8 (8)
Schiessstatistik (L/S/Total): 80% / 73% / 76% (81% / 67% / 74%)

Am Ziel bin ich jedoch noch lange nicht. Es gibt noch sehr viel zu tun. Meine Ziele sind hoch und um diese zu erreichen muss ich weiterhin Schritt für Schritt gehen. Der Kaderstatus ist auch nicht so wichtig, er bestätigt lediglich die gute Saison. Die Voraussetzungen sind für alle gleich und wenn im Mai das Sommertraining los geht, starten alle wieder bei Null! Olympia steh vor der Tür und der Fokus ist klar darauf gerichtet.

Nach einer sehr intensiven Saison ist es nun an der Zeit, dem Kopf und Körper die nötige Ruhe zu geben, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen und auch mal Hobbys nachzugehen, die nichts mit Biathlon zu tun haben. An dieser Stelle nochmals ein grosses DANKESCHÖN an alle Leute die mich/uns unterstützen und alles mögliche unternehmen, damit wir Erfolg haben! Ohne dieses super Umfeld wäre das alles gar nicht möglich!

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Verfolgung in Östersund

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Hühnerhautstimmung in Nove Mesto
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Verfolgung an der WM in Hochfilzen
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Olympiastadion in Pyeongchang
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Als Führender zum ersten Stehendschiessen, Staffel in Pyeongchang
Holmenkollen, Oslo

Es geht los!

Am 27. November geht’s los mit den Mixed-Staffeln in Östersund, Schweden. Ich habe mich dank zwei soliden Rennen letzte Woche in der Biathlon Arena Lenzerheide für die ersten zwei Weltcups in Östersund und Pokljuka qualifiziert! Ich bin froh, dass es nun endlich mit den Wettkämpfen los geht. Ich konnte das ganze Sommertraining nach Plan umsetzten und war nie verletzt oder krank. Dies stimmt mich für die Saison sehr zuversichtlich.

Till hat an den Qualifikationsrennen ebenfalls teilgenommen, konnte sich dabei jedoch noch nicht für den ersten IBU-Cup empfehlen. Für ihn startet sie Saison nächstes Wochenende mit dem Swiss-Cup und anschliessend Alpencup. Danach wird wieder neu beurteilt und ihm stehen alle Türen offen. Das Wettkampfprogramm bis Weihnachten ist dicht und wird rechtzeitig hier auf der Homepage aufgeschaltet.

Wir möchten uns an dieser Stelle gleich bei all unseren treuen Sponsoren und Gönnern bedanken, die uns das Leben als Spitzensportler ermöglichen. Dieses Jahr neu: die Biathlon Arena Lenzerheide wird als Kopfsponsor präsent sein. Mit allen anderen Partnern konnten wir die Zusammenarbeit verlängern! Ebenfalls neu: seit diesem Sommer gibt es einen offiziellen Fanclub! Alle Informationen dazu in der Rubrik „Fanclub

Aktuelle News und Resultate gibt es hier auf der Homepage oder auf den folgenden Kanälen:
Twitter: @SerafinWiestner
Instagram Serafin: serafinwstnr
Instagram Till: tillu94
Fanclub: Wiestner Brothers Fanclub
Live Resultate: IBU Datacenter

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Back at work

Es ist nun schon eine Weile her doch hier noch ein kurzer Rückblick auf die letzten Rennen der Wintersaison sowie eine Zusammenfassung des bisherigen Sommertrainings:

Nach der WM in Oslo war noch nicht Schluss. Minimum sechs Wettkämpfe waren in den letzten zwei Wochen noch geplant. Beim Weltcupfinale in Khanty Mansiysk erwischte ich jedoch eine Erkältung, worauf ich nur den Sprint lief. Ein Highlight war dann noch die int. Zollmeisterschaften in Lenzerheide, wo wir mit der Patrouille erfolgreich unseren Titel vom Vorjahr verteidigen konnten. An den Schweizermeisterschaften verzichtete ich dann aufgrund der noch immer nicht ganz auskurierten Erkältung auf einen Start. Somit war für mich die Saison ein wenig früher beendet. Ich darf aber im ganzen gesehen auf einen sehr erfolgreichen Winter zurückblicken, der mir viel Zuversicht und Motivation für das nächste Jahr gibt.

Nach einer kurzen Pause sind wir nun seit Mai wieder voll am Trainieren. Gestartet traditionell in Magglingen, gings dann für 10 Tage nach Kreta wo wir dank der Unterstützung von Hotelplan und Avratours sensationelle Trainingsbedingungen vorfanden. Den Juni verbrachten wir grösstenteils in unserem Stützpunkt Andermatt/Realp. Das Highlight in diesem Sommer war sicherlich unser Trainingsaufenthalt in Kanada drei Wochen im Juli. Zusammen mit Benjamin Weger und Martin Jäger absolvierten Till und ich zwei gute Trainingswochen in Canmore zusammen mit dem kanadischen Nationalteam. Anschliessend nahmen wir uns noch eine Woche frei und machten Urlaub in Vancouver. Wieder zu Hause gings für mich gleich weiter mit dem Team ins schöne Antholzertal sowie ins James Bond Dorf Obertilliach im Tirol.

Der September steht dann im Zeichen von ersten Wettkämpfen. Mit den „deutschen Meisterschaften“ in Oberhof und dem „Nordic Weekend“ in Realp stehen zwei intensive Wochen mit insgesamt sechs Wettkämpfen an. Das wird dann auch schon eine kleine Satndortbestimmung sein, um zu sehen, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Davon bin ich überzeugt, denn das Training war stets sehr gut und wir konnten bis jetzt alles nach Plan umsetzten.

Über den Verlauf der Wettkämpfe werde ich euch per Short News, Twitter und Instagram auf dem laufenden halten.

Nun noch ein paar Impressionen von einem super intensiven und spannenden Sommer 2016

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Unsere diesjährige „Spass-Truppe“, neu dabei ist Michael Rösch, deutscher Olympiasieger der nun für Belgien startet und sich dieses Jahr unserem Team angeschlossen hat.

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Viele lange Rollskieinheiten stehen auf dem Plan

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In Kreta gabs viele Rad-Kilometer mit schönster Aussicht

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Antholz ist auch im Sommer eine Reise wert

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Mit vereinten Kräften schaffen es alle nach oben! 😉

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Bike-Spass in den Dolomiten

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Tägliches Schiesstraining, hier in der neuen Biathlon Arena Lenzerheide (Bild: BAL AG)

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Schiesstraining in den Rockies

Biken in den Rockies

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Bergtouren in den Rockies

WM Holmenkollen

Hier sind nicht mehr viele Worte nötig… Danke an die Norweger, tusen takk für eine fantastische und unvergessliche Woche!

Ehrlich… der Song ging mir Ende Woche schon ein wenig auf die Nerven, doch es war eine Hymne die perfekt zu diesen Weltmeisterschaften passte und ich hatte jedes Mal Hühnerhaut, wenn er aus den Boxen dröhnte und die tausenden von fans dazu einstimmten. „Miracles can happen every day“ war die Motivation, jeden Tag das Beste aus sich herauszuholen, denn im Biathlon ist an jedem Tag alles möglich. Leider gab es schlussendlich keine Medaille für das Schweizer Team. Manchmal fehlte jedoch nur ein paar Millimeter oder einige wenige Sekunden für eine Sensation. Dies ist für aussenstehende nicht immer gleich ersichtlich.

Wäre wenn und aber sollte man im Biathlon nicht erwähnen, doch mein elfter Rang im Sprint zeigt, wie nah ich an einer Medaille war. Der zweite Schuss stehend schoss ich tief auf die Kante… wäre er oben auf die Kante, die Scheibe wäre vermutlich gefallen und ich hätte vielleicht Bronze gewonnen..! das ist Biathlon!

Bis auf den Einzel bin ich sehr zufrieden mit allen Rennen. Als Lohn für die guten Resultate im Sprint und Verfolgung durfte ich am letzten Tag zum ersten Mal überhaupt im Massenstart der aktuell besten 30 Athleten starten. Es war eine unglaublich coole Erfahrung! Alle Resultate HIER in der Übersicht.

In der Verfolgung mit Simon Schempp (Bild NordicFocus)

Start zum Massenstart (Bild NordicFocus)